Smilecheck

Wissenswertes und Hintergründe

Warum lachen wir?

Schon die ganz Kleinen belohnen ihre Eltern mit einem strahlenden Lächeln. Und dass Babys lachen bevor sie sprechen, sitzen oder krabbeln können liegt ganz einfach daran, dass sie es eben nicht erlernen müssen: das Lachen ist „angeboren".

Zwischenmenschlich wird das Lachen als Ausdruck für Sympathie, Zuneigung und gegenseitiges Einverständnis verstanden und entfaltet dadurch eine konfliktbegrenzende und besänftigende Wirkung welche für das Zusammenleben in Gruppen wichtig ist. Zwar nicht bewiesen aber dennoch sehr wahrscheinlich ist, dass das Lachen eine der grundlegenden Kommunikationsformen des Menschen ist, welche in der Evolution der Entwicklung von Sprache deutlich vorausgeht. Als Indiz hierfür dient der Umstand, dass das Lachen in einer Gehirnregion ausgelöst und gesteuert wird, die entwicklungsgeschichtlich betrachtet deutlich älter ist als das Sprachzentrum. Das Lachen war ursprünglich denn auch eine Drohgebärde welche aus dem Zähnefletschen entstanden ist. Wie auch heute immer noch, zeigte es damals dass jemand ein gesundes Gebiss hat. Es demonstriert also Kraft und war damit eine Drohgebärde nach außen. Innerhalb einer Gruppe aber hatte und hat das Lachen etwas Verbindendes: sich untereinander die Zähne zu zeigen heißt, Teil einer starken Gemeinschaft und ein gleichberechtigter Partner innerhalb der Gruppe zu sein.

„Es gibt keine größere Macht als die Macht des Lachens.“ (Hugh Greene)

Das Lachen wird überall verstanden

Ob im Getümmel einer Großstadt oder in der Abgelegenheit eines Dschungels: überall auf der Welt wird in bestimmten Situationen gelächelt. Alle Menschen lächeln – es ist einfach universell. Dies lässt sich auch evolutionsgeschichtlich belegen. So zeigen auch unsere Vorfahren – die Affen – in Situationen in denen wir uns freuen würden vergleichbare Gesichtsausdrücke.

Manchmal kommt ein Lächeln auch in schwierigen Situationen zum Einsatz: beispielsweise als nervöses oder scheues Lächeln. In solchen Fällen hilft uns das Lächeln über einen unangenehmen Moment hinweg. Denn Menschen, die angelächelt werden, lächeln meist zurück.

Lachen als „Waffe“

Im Gegensatz zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb der eigenen Gruppe kann das Lachen auch eine gegenteilige Wirkung bei denjenigen Personen entfalten welche nicht zur Gruppe gehören. Diese können dann leicht zu denjenigen werden, über die und auf deren Kosten gelacht wird (> hämisches Lachen, „Auslachen“). Das Lachen kann dann für den Belachten zu einer demütigenden, ja sogar ehrverletzenden Waffe werden. Allerdings kann das Lachen in solchen Situationen auch eine insgesamt positive Wirkung entfalten, sofern es gelingt eine konfliktträchtige Situation durch das Lachen zu entschärfen, ohne dabei den Belachten allzu sehr in seiner Ehre zu kränken.

Diese Wirkung geht auf einen wichtigen anarchischen Grundzug des Lachens zurück, der in der Infragestellung von Autoritäten aller Art beruht: Im Lachen wird jeder Anspruch auf Respekt und Ehrbezeugung grundsätzlich verneint.

„Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tötet man.“ (Friedrich Nietzsche)

Medizinische Aspekte des Lachens

Wer lacht betätigt 17 Muskeln im Gesicht und 80 Muskeln am ganzen Körper. Die Augenbrauen heben sich, die Nasenlöcher weiten sich, der Jochbeinmuskel zieht die Mundwinkel nach oben, die Augen verengen sich zu Schlitzen, der Atem geht schneller, die Luft schießt mit bis zu 100 km/h durch die Lungen, die Stimmbänder werden in Schwingung versetzt. Der Schall des männlichen Gelächters hat mindestens 280 Schwingungen pro Sekunde, der des weiblichen sogar 500. Das Zwerchfell bewegt sich dabei rhythmisch. Im Gegensatz zu den angespannten Muskeln erschlaffen die Muskeln in den Beinen – wir kippen vor Lachen nach vorne. Auch die Blasenmuskulatur entspannt sich – daher die Redensart „sich vor Lachen in die Hose machen“.

Die Zahl der Stresshormone im Blut – Adrenalin und Kortisol – nimmt ab und Glückshormone, so genannte Endorphine werden ausgeschieden: Entspannung setzt ein. Auch die Verdauung wird angeregt und der gesamte Stoffwechsel wird somit positiv beeinflusst.

Den Heilungsprozess mancher Krankheiten kann man durch Lachen fördern. Hierbei macht man sich das mit dem Lachen verbundene gesteigerte Wohlbefinden zunutze, das zum Abbau von Stress und somit zu einer Verbesserung des Allgemeinzustands eines Patienten beiträgt. Speziell auf Kinderstationen werden gute Erfahrungen mit regelmäßigen Auftritten von Clowns gemacht.

Es gibt spezielle Therapien welche Krankheiten mit Lachen bekämpfen versuchen. Durch die Ausschüttung von Botenstoffen (Hormonen) wird das Abwehrsystem gestärkt und damit auch Krankheiten vorgebeugt. Man nimmt zum Beispiel an, dass der Körper beim Lachen Endorphine („Glückshormone“) aktiviert und dadurch euphorisierende Wirkungen auslöst die denen vergleichbar sind, die ein Langstreckenläufer erlebt. Beim Lachen werden Herz-Kreislauf-System, Zwerchfell, Stimmbänder, Gesichts- und Bauchmuskeln stark angeregt, was unter anderem zu erhöhtem Blutdruck, Anstieg des Sauerstoffgehalts im Blut und zu einer Art innerer Massage des Unterbauchs führt. Die damit verbundene körperliche Anstrengung kann bei Personen, die sonst wenig lachen, ohne weiteres zu Schmerzen in den beanspruchten Muskelbereichen führen. Diese Symptome weichen jedoch bei länger anhaltendem Lachen einem Gefühl der Entspannung und Entkrampfung, auf dem unter anderem der therapeutische Effekt des Lachens beruht.

Lachtränen

Da Tränen durch emotionale Situationen und psychische Ausnahmezustände erzeugt werden, stimuliert genau wie bei Schmerz und Trauer auch die Freude unser vegetatives Nervensystem. Die Tränendrüsen werden aktiviert und geben ihre Flüssigkeit ab. Der genaue Hergang ist zwar noch nicht ausreichend erforscht, aber Wissenschaftler nehmen an, dass der Mensch unbewusst Tränen verliert um anderen den Gemütszustand anzuzeigen.

^ Top | Impressum | Rechtlicher Hinweis